Als Wilemer Schüler nach Zürich ins Radiostudio reisten
Im bekannten Hörspiel (das Olga Meyer übrigens selbst verfasst hat), wurden die Kinderrollen von Schülerinnen und Schülern aus dem Tösstal gespielt. Und das waren Wilemer Kinder, die Schüler von Walti Bosshard (1945 – 2021).
Unzählige Male mussten wir mit dem «Stucki-Bus» nach Zürich ins Radiostudio reisen. Natürlich nicht alle: Es war eine komplizierte Logistik. Die einen hatten in Wila Schule, andere hatten das Aufgebot.
«Die Schüler weibelten, um ein Autogramm von Hansjürg Bahl, Jörg Schneider et cetera zu bekommen.»
Silvia Bosshard
Der Lehrer konnte nicht immer selber mit, und so machte ich das einige Male. Darum weiss ich noch genau, wie es in dem Studio aussah, wie streng und manchmal ungeduldig Regisseur Inigo Gallo war, bis die Szene schliesslich «gstorbe» isch!
Erster Teil des Hörspiels des Schweizer Radios von 1976 (Quelle: SRF).
In der Mittagspause gabs Picknick draussen, manchmal etwas Kleines in der Kantine. Und die Schüler weibelten, um ein Autogramm von Hansjürg Bahl, Jörg Schneider et cetera zu bekommen.
Es machte auch noch eine Laientheatergruppe aus dem Toggenburg mit für die Szene, als Anneli mit seiner Grossmutter deren alte Heimat besuchte. Die Hörspiel-Reihe erschien in zwei Staffeln, und die Aufnahmen waren auf zwei Jahre verteilt.
«Nur, wer richtig gutes Züritüütsch sprach, durfte mitmachen.»
Sendezeit war jeweils der Sonntagmorgen. Mitgemacht haben zum Beispiel Lilian Wagner-Bieri, Ueli Etter, Andi Frommel und Nicole Stucki vom Ägetswil (sie spielte das Liseli und die Profis hatten den Narren an ihr gefressen!).
Schon damals war die Klasse ein bisschen multikulti und nur, wer richtig gutes Züritüütsch sprach, durfte mitmachen. So musste man auch noch Schüler vom Thalgarten «ausleihen». Die Hauptrolle, das «Anneli», spielte Ursula Schäppi.
Bei den Liedern, die ebenfalls im Radiostudio aufgenommen wurden, war die ganze Klasse dabei. Interessant ist, wie damals die Geräusche erzeugt wurden. Zum Beispiel das Rascheln von Laub: Man stopfte die vielen unbrauchbaren Tonbandstreifen in einen Sack. Das gab ein ähnliches Geräusch.
(Silvia Bosshard, Museumsverein Turbenthal)
Wie es dazu kam
Walti Bosshard (1945 – 2021) war von 1966 bis 1968 an der Oberstufe Wila und dann von 1970 bis 2006 an der Primarschule Wila tätig. Er wurde von der damaligen Ressortleiterin für Kinder- und Jugendsendungen, Verena Guggenbühl, angefragt, ob er mit seiner Klasse beim Hörspiel mitmachen würde. Ihr war es ein grosses Anliegen, dass das «Anneli»-Hörspiel bald nach dem Tod von Olga Meyer produziert werden konnte. (tth)
